Banales

Ich vermute, Bloggen ist ja schon nicht mehr modern. Heute äußert man seine Meinung auf Twitter oder postet was auf Facebook. Jetzt, wo es out ist, fange ich langsam an, es zu verstehen. Bloggen bedeutet nicht, dass man stundenlang an einem Text feilt und den dann, gut abgehangen, irgendwann einstellt. Man haut einfach raus. Öfter mal.

Zum Beispiel die banale Erkenntnis, dass es so nicht weitergeht. Mit der Welt. Vor allem mit dem Wachstum. Dem der Wirtschaft. Ein System, das ständiges Wachstum bei endlichen Ressourcen fordert, ist unvernünftig. Muss scheitern. Scheitert gerade.

Banal, wie gesagt. Haben wir alle schon in Matrix gehört, als Agent Smith die Menschheit mit einem Virus vergleicht. Auch ein Virus vernichtet sein Wirtssystem und braucht dann ein neues. Ein Virus kann meist auch ein neues bekommen.

Wenn es aber so banal ist, warum ist Wachstum immer noch unsere Religion? Stagnation unser Teufel?

Balance. Balance sollte das Ziel sein. Das ist schwer, weil wir alle mehr wollen, ein bisschen mehr als die anderen. Jedenfalls nicht weniger. Und lieber etwas mehr. Sicherheitshalber.

So auf die Schnelle, beim Bloggen, fällt mir jetzt kein Ausweg ein.

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Sorry, ich habe Unwichtigeres zu tun

Ich ja sowieso, da ich seit Monaten nicht blogge. Unser Umweltminister Röttgen aber auch. Statt das Seine gegen die Klimakatastrophe zu tun, will er lieber Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen werden.

Erst mal soll sein Amt auch nicht neu besetzt werden. Das bisschen umweltministern ist sicherlich neben dem Wahlkampf zu wuppen. Herr Nebenjobminister: Machen Sie wenigstens den Platz frei für jemanden mit Verantwortungsgefühl.

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Die Sandwichkrise

Anfang des Jahres war die Kantine zu. Ein Bild des Jammers, wie entkräftete, entnervte Angestellte durch die Gänge und aus dem Gebäude taumeln. Auch ich bin getaumelt, unter anderem zu Subway. Das, dachte ich mir, müsste ein Paradies für Vegetarier sein. Ist es aber nicht.

Die Voraussetzungen sind gut: Alle Sandwiches sind von sich aus mit verschiedenen Gemüsen belegt. Es gibt mehrere Brotsorten, man kann Käse und Extrakäse hinzufügen und zwischen mehrere Soßen wählen. Das Problem sind die Hauptzutaten. Die Schmankerl.

Fleischessende haben die Wahl zwischen acht, zehn, zwölf Belägen. Salami, Schinken, Truthahn, Fleischbällchen, Roastbeaf, Chicken Teriyaki … Vegetarier haben zwei Möglichkeiten: “Veggie Patty” und “Veggie Delight”. Ein “Veggie Patty” ist ein flaches, gebratenes Ding unbekannten, vermutlich vegetarischen Inhalts – “Patty” bedeutet Bratling. Und “Veggie Delight” bedeutet, dass man das Brot mit dem Gemüse ohne weitere Zutat bekommt. Dafür soll man so viel bezahlen wie zum Beispiel für Salami. Nicht nur die Auswahl ist schlecht, sie sind auch noch frech.

Dabei wäre es so einfach. Mozarellakugeln, Grillgemüse und Falaffelbällchen fallen mir ein, ohne drüber nachzudenken. Und man könnte was mit Tofu machen. Oder Velami. Oder Eiern.  Scheinbar haben sie bei Subway nicht viel Phantasie. Das ist schade, denn Vegetarier sind dankbare Kunden. Weil es nicht so häufig passiert, dass man sie gut behandelt, merken sie sich gut, wenn es doch mal so ist. Und kommen wieder.

Liebe Subways: Es müsste euch doch auch ärgern, dass Menschen, die sich vegetarisch ernähren wollen, sogar bei McDonalds mehr zu essen finden als bei euch. Macht was. Es ist ganz einfach.

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Neulich auf Tele5

Neulich auf Tele5 begegnete die Enterprise einer Sonde, frei schwebend im All. Als das Schiff näher kommt, sendet die Sonde einen Strahl aus, der sich mit dem Gehirn von Captain Picard verbindet. Für ihn beginnt im Zeitraffer ein anderes Leben. Während er für einige Stunden scheinbar ohnmächtig auf der Brücke der Enterprise liegt, vergehen in seinem Geist Jahre und Jahrzehnte auf einem fernen Planeten. Dort heißt er Kamin (sprich Käimin) und lebt in einer kleinen, friedlichen Dorfgemeinschaft. Er hat einen guten Freund, er hat eine Frau, sie bekommen zwei Kinder. Er lernt, Flöte zu spielen.

Doch etwas stimmt nicht mit dem Planeten. Es ist heiß dort, und es wird immer heißer. Kamin stellt Forschungen an. Schließlich stellt er fest, dass es keine Hoffnung gibt. Die Sonne des Planeten wird zur Nova werden und das Leben auf dem Planeten vernichten. “Lebe im Hier und Jetzt”, rät er seiner Tochter, als sie, ebenfalls Wissenschaftlerin geworden, seine Ergebnisse nachvollzieht.

In einer letzten Szene begleitet Kamin, inzwischen ein alter Mann, seine Kinder und Enkelkinder, um einem Raketenstart zuzuschauen, der sich als der Start eben der Sonde herausstellt, der die Enterprise begegnet ist. Kamin-Picard erfährt nun, dass er dieses Leben gelebt hat, um das inzwischen untergegangene Volk kennenzulernen und von ihm erzählen zu können.

Ich frage mich: Welche Geschichte würde eine Sonde der Menschheit erzählen, die kurz vor dem Wärmetod der Erde auf die Reise geschickt würde? Vermutlich wären es drei bis vier Sonden. Eine Sonde der Europäischen Union, die erklärt, wie die vernünftigen Europäer versuchten, die übrige Menschheit von der Wichtigkeit des Klimaschutzes zu überzeugen, aber am Widerstand anderer Nationen gescheitert sind. Eine Sonde der glorreichen United Nations of America, die alles dafür getan hatten, die Welt zu retten. Eine Sonde der weisen Nation der Chinesen… Eine Sonde des großen russischen Volkes.

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Zu heiß.

24°C, Heidelberg.

Schon seit Tagen will ich das Treibhausblog neu starten. Ein mitreißender Artikel, der zur Revolution gegen den ekligen Finanzkapitalismus aufruft – das wäre ein Anfang. Doch es war zu heiß.

Ich habe ein neues Manifest verfasst,
und hab ihm etwas mehr Protest verpasst.
Jetzt muss es nur noch in die Druckerei,
aber die haben heute hitzefrei.

Es ist zu heiß,
es ist zu heiß,
es ist zu heiß für den Straßenkampf,
zu heiß, weil die Straße dampft.
...

Heute ginge es schon, aber ich habe versprochen, Nudeln zu machen und muss jetzt in den italienischen Supermarkt. Ricotta und feines Mehl und so.

Die Revolution muss warten.

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